Projektdetails

BMLUK102287
04.05.2026
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laufend
Monitoring, Ursachenanalyse und Präventionsstrategien von Riss‑, Lochungs- und Aromafehlern in der österreichischen Bergkäseproduktion
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392.000,00
Forschungsprogramm im BMLUK
nein

beteiligte Personen/Organisationen

RolleLfnrName
Auftraggeber1Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Auftragnehmer1Veterinärmedizinische Universität Wien (VUW)

zugeordnete Wissenschaftszweige

Wissenschaftszweige
Tierzucht, Tierproduktion

Abstract deutsch

Qualitätsabweichungen in der österreichischen Bergkäseproduktion, insbesondere Rissbildung, unregelmäßige Lochung und aromatische Abweichungen (RLAAs), stellen eine der größten Herausforderungen für Produzenten dar. RLAAs führen regelmäßig zu Herabstufungen oder zum Ausschluss von Chargen und verursachen erhebliche wirtschaftliche Verluste. Die Ursachen dieser Defekte sind bislang nur unzureichend verstanden. cureCHEESES setzt hier an und untersucht die mikrobiologischen, chemischen und technologischen Mechanismen, die zur Entstehung von RLAAs führen. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Grundlagen für eine nachhaltige Fehlerprävention in der Bergkäseproduktion zu schaffen. Im Zentrum steht die Frage, wie RLAAs entstehen und im nächsten Schritt, wie sie verhindert werden können. Dazu wird in enger Zusammenarbeit mit vier ausgewählten Bergkäsebetrieben in Tirol und Vorarlberg ein 3‑jähriges Betriebsmonitoring durchgeführt. Parallel werden RLAA-assoziierte und fehlerfreie Käseproben mikrobiologisch, chemisch und sensorisch analysiert. Mithilfe moderner Methoden wie Genom- und Mikrobiomsequenzierung, Metatranskriptomik und chemischer Profilierung werden dabei die fehlerverursachenden Mikroorganismen und die funktionellen Stoffwechselprozesse identifiziert.  Ein ergänzender innovativer Ansatz ist die Analyse pflanzlicher DNA in Milch, Molke und Käse, um den Zusammenhang zwischen der Nahrung der Kühe und Produktqualität zu untersuchen. Die Erstellung detaillierter Pflanzenprofile aus Bergkäse wird im Rahmen dieses Projektes erstmals getestet und eröffnet neue Möglichkeiten für die Authentifizierung von Bergkäseprodukten und eine mögliche Korrelation zwischen Pflanzenprofilen und RLAAs. Zusätzlich werden in vitro Untersuchungen zur Entwicklung mikrobieller Schutzkonsortien durchgeführt. Mithilfe von Hochdurchsatz-Kultivierungssystemen werden dabei synergistische mikrobielle Kombinationen identifiziert, die komplementäre Schutzfunktionen (z. B. pH-Modulation, Laktatabbau, Produktion antimikrobieller Metabolite) entfalten könnten. Diese autochthonen, betriebseigenen Mikroben könnten künftig als Erweiterung zu bestehenden Starterkulturen eingesetzt werden, um das Wachstum fehlerverursachender Bakterien zu verlangsamen.  cureCHEESES leistet einen direkten Beitrag zu den Zielen des DAFNE-Programms – insbesondere zur Steigerung der Ressourceneffizienz (Punkt 3.3) sowie zur Sicherung von Qualität, Transparenz und Ernährungssicherheit (Punkt 3.4).

Abstract englisch

Quality deviations in Austrian mountain cheese production — particularly cracking, irregular eye formation, and aromatic off-flavours (RLAAs) — represent one of the most significant challenges for producers. RLAAs frequently lead to downgrading or rejection of entire batches and cause substantial economic losses. To date, the underlying causes of these defects are insufficiently understood. cureCHEESES addresses this gap by investigating the microbiological, chemical, and technological mechanisms that give rise to RLAAs. The overarching goal is to establish scientifically grounded foundations for sustainable defect prevention in mountain cheese production. At the core of the project lies the question of how RLAAs emerge and, subsequently, how they can be prevented. To this end, a three-year on-site monitoring programme will be carried out in close collaboration with four selected mountain cheese dairies in Tyrol and Vorarlberg. In parallel, RLAA-associated and defect-free cheese samples will be analysed microbiologically, chemically, and sensorially. Using advanced methods such as genome and microbiome sequencing, metatranscriptomics, and chemical profiling, the project will identify the defect-causing microorganisms and the functional metabolic processes involved. An additional innovative approach is the analysis of plant-derived DNA in milk, whey, and cheese to explore the relationship between cow diet and product quality. The generation of detailed plant profiles in mountain cheese will be tested for the first time within this project and opens new opportunities for product authentication and for examining potential correlations between plant profiles and RLAAs. Furthermore, in vitro studies will be conducted to develop microbial protective consortia. By employing high-throughput cultivation systems, synergistic microbial combinations will be identified that may provide complementary protective functions (e.g., pH modulation, lactate degradation, production of antimicrobial metabolites). These autochthonous, dairy-specific microbes could in the future be used as an extension to existing starter cultures to suppress the growth of defect-causing bacteria. cureCHEESES directly contributes to the objectives of the DAFNE programme — particularly to improving resource efficiency (Section 3.3) and ensuring quality, transparency, and food security (Section 3.4).