Projektdetails

BMLUK102284
28.05.2026
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laufend
Grüne Reiswanze (Nezara viridula): Entwicklung von Strategien zu Kontrolle und Management
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524.196,00
Forschungsprogramm im BMLUK
nein

beteiligte Personen/Organisationen

RolleLfnrName
Auftraggeber1Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Auftragnehmer1Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL

zugeordnete Wissenschaftszweige

Wissenschaftszweige
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

Abstract deutsch

Die Grüne Reiswanze (Nezara viridula) ist ein invasiver, wärmeliebender Schädling mit hoher Wirtspflanzenvielfalt, der zunehmend Schäden in der österreichischen Landwirtschaft verursacht. Besonders betroffen sind kleinstrukturierte Gemüsebaubetriebe sowie der Ackerbau (v. a. Sojabohne), wo der Befall zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führen kann. Aktuell verfügbare Bekämpfungsmethoden sind in der Praxis oft unzureichend oder schwer umsetzbar. Der zunehmende Befallsdruck sowie klimawandelbedingte Populationszunahmen erfordern dringenden Handlungsbedarf. Ziel des Projekts ist die Entwicklung praxistauglicher, ökologisch verträglicher und wirtschaftlich tragfähiger Strategien zur Kontrolle von N. viridula. Dabei wird ein integrativer Ansatz verfolgt, der biologische, mechanische und pflanzenbauliche Maßnahmen kombiniert. Ein zentrales Arbeitspaket ist die systematische Erhebung natürlicher Gegenspieler auf Sojaflächen. Dabei wird deren Vorkommen in Abhängigkeit von Landschaftselementen dokumentiert und ihr biologisches Kontrollpotenzial mittels standardisierter Methoden bewertet. Strategien zur optimierten Ausbringung des Eiparasitoids Trissolcus basalis im Freiland werden entwickelt und erprobt – etwa durch Drohnentechnik mit biologisch abbaubaren Trägern. Im geschützten Anbau soll der Parasitierungserfolg von T. basalis unter Praxisbedingungen hinsichtlich zweier Ausbringungsstrategien evaluiert werden. Ein Sortenversuch bei Soja dient zur Bewertung der Anfälligkeit gegenüber der Grünen Reiswanze, während ein umfassendes Kultur- und Sortenmonitoring Aufschluss über generelle Präferenzen der Grünen Reiswanze liefern soll. Ebenso werden Versuche mit ausgewählten Blühpflanzen durchgeführt, um deren Potential als Fangpflanzen zu evaluieren und künftig in Kombination mit weiteren Strategien (z.B. mechanisches Absammeln) Einsatz zu finden. Versuche an der steirischen Käferbohne sollen die ertragsschädigende Wirkung der Reiswanze untersuchen. Zusätzlich wird die Wirksamkeit des mechanischen Absammelns (Absauggeräte) als alternatives Verfahren getestet. Ein intensives Wissensmanagement gewährleistet die Dissemination der Ergebnisse an Praxis, Beratung und Forschung. Das Projekt trägt zur Entwicklung nachhaltiger Pflanzenschutzstrategien und zur Stärkung klimaresilienter Produktionssysteme bei – ein zentraler Beitrag zur Sicherung der österreichischen Landwirtschaft.

Abstract englisch

The green stink bug (Nezara viridula) is an invasive, thermophilic pest with a broad host range that is causing increasing damage to Austrian agriculture. Small-scale vegetable farms and arable crops — especially soybeans — are particularly affected, with infestations leading to significant yield and quality losses. Currently, available control methods are often inadequate or difficult to implement in practice. Rising pest pressure, exacerbated by climate-induced population increases, underscores the urgent need for action. The aim of this project is to develop practical, ecologically sustainable, and economically viable strategies for controlling N. viridula in Austria. An integrated approach is being pursued, combining biological, mechanical, and agronomic measures. A key work package involves the systematic survey of natural enemies on soybean fields. Their presence will be documented in relation to landscape features, and their biological control potential will be assessed using standardized methods. Strategies for optimized field release of the egg parasitoid Trissolcus basalis will be developed and tested, e.g., drone-based applications with biodegradable carriers. In protected cultivation, the parasitism success of T. basalis will be evaluated under practical conditions, comparing two release strategies. A soybean variety trial will assess susceptibility to the pest, while broader crop and variety monitoring will provide insights into N. viridula host preferences. Similarly, experiments will be conducted with selected flowering plants to evaluate their potential as trap crops and to enable their future use in combination with additional strategies (e.g., mechanical removal).. Experiments on Styrian scarlet runner beans will further investigate yield losses caused by the stink bug. Complementary studies will test mechanical removal methods (e.g., suction devices) as alternative control options. A strong knowledge dissemination component ensures the targeted transfer of project findings to practitioners, advisors, and researchers. This project contributes to the development of sustainable plant protection strategies and supports the resilience of climate-adapted production systems — playing a vital role in safeguarding Austrian agriculture.