| In der Pilotstudie zum Nachhaltigkeitsbericht der österreichischen Landwirtschaft wird ein Konzept entwickelt, um auf Basis administrativer Daten einzelner Betriebe Indikatoren zur Nachhaltigkeit des Agrarsektors zu ermitteln. Diese sollen die sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimensionen abbilden, um den Grünen Bericht zur Lage der Landwirtschaft zu ergänzen.
Ein erstes Ziel besteht darin, Standard-Treibhausgas-Emissionen für die wichtigsten Agrargüter in Österreich festzulegen, also Pauschalwerte je Produkt. Dazu werden bereits vorliegende Studienergebnisse (z.B. Emissionsfaktoren von Ackerkulturen) als Grundlage zur weiteren Bearbeitung herangezogen, um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden.
Ein weiteres Ziel ist es, für jeden landwirtschaftlichen Betrieb Österreichs ausgehend vom Jahr 2020 drei Indikatoren zu berechnen und eine Methode zur Aktualisierung zu entwickeln. Die Indikatoren sind Brutto-Wertschöpfung, Arbeitsplatzsituation und Treibhausgasemissionen. Hinsichtlich der Klimabilanz der Betriebe wird ein vereinfachtes Rechenschema entwickelt, in dem den Aktivitäten einheitliche Emissionsfaktoren zugewiesen werden. Dabei soll die Auswertung auf Betriebsebene mit den Ergebnissen der Treibhausgasinventur Österreichs übereinstimmen. Ein weiteres Ziel ist es, für freiwillig buchführende Betriebe genauere Berechnungen durchzuführen, da für diese Betriebe mehr Daten verfügbar sind. Die dazu herangezogenen Indikatoren sind Brutto- und Netto-Wertschöpfung, Arbeitsplatzsituation und Treibhausgasemissionen. Aufgrund genauerer Daten (z. B. Leistungsdaten der Nutztiere, Zukauf von Düngemitteln) kann auf die betriebliche Situation genauer eingegangen werden. Schließlich wird angestrebt, ein Konzept zur Mehrfachnutzung administrativer Daten der österreichischen Landwirtschaft zu entwerfen, um eine breitere Palette von Nachhaltigkeitsindikatoren für einzelne Betriebe leichter verfügbar zu machen. Darüber hinaus sollen diese Daten auch regionalisiert auswertbar sein. Sie sollen somit auch für andere Zwecke, wie beispielsweise die Erfordernisse der Richtlinie für erneuerbare Energien (RED), im Hinblick auf landwirtschaftliche Rohstoffe nutzbar werden. Die Ebene der regionalen Auswertung dazu ist zumindest NUTS2.
Im Forschungsprojekt werden Interessensträgerinnen und Interessensträger systematisch und explizit in Workshops beteiligt, um die Relevanz der Ergebnisse zu ermöglichen. |