| In der Getreidezüchtung stellt sich die Frage nach der Ertragsminderung und den Ertragskomponenten, die in den frühen Wachstumsstadien bis zum Ährenschieben betroffen sind. Das Verständnis der Trockeneffizienz während des Austriebs und der Kornfüllung spielt eine wichtige Rolle, um die Anzahl der fertilen Halme zu verbessern
An der BOKU Universitäts- und Forschungszentrum Tulln werden Phänotypisierungssignaturen für Getreidepflanzen entwickelt und eine Datenbank mit trockenheitsresistenten Sorten (Gerste und Weizen) erstellt. Fünfzig introgressive Linien von Sommergerste und fünfzig Genotypen von Sommerhartweizen aus mitteleuropäischem Keimplasma werden verwendet, darunter sowohl kommerziell bedeutende als auch neu entwickelte Sorten. Diese Studie zielt darauf ab, fortschrittliche digitale Phänotypisierungstechniken zu nutzen, um wichtige Eigenschaften von Pflanzensorten unter verschiedenen klimatischen Bedingungen vorherzusagen. Mithilfe von RGB‑, 3D-LiDAR- und Wärmebildaufnahmen werden wir phänotypische Signaturen erfassen, analysieren und modellieren. Die Auswirkungen von Trockenheit werden sowohl in frühen als auch in späten Wachstumsstadien überwacht und bewertet.
Darüber hinaus werden die kombinierten Auswirkungen von Trockenheit und Temperatur untersucht, um die umfassenderen Auswirkungen des Klimawandels auf die Pflanzenentwicklung besser zu verstehen. Bei allen Sorten wird eine Genotypisierung durchgeführt und mit den phänotypischen Daten korreliert, um genetische Marker zu identifizieren, die mit der Widerstandsfähigkeit und der Leistung in Verbindung stehen. Dieser integrative Ansatz wird unser Verständnis für die Ertragskomponenten verbessern, die in den frühen Stadien (Austrieb) und Kornfüllung mehr oder weniger stark von der Etablierung der Kultur bis zum Ährenschieben beeinflusst werden. |