Projektdetails

BML101751
14.02.2023
03.12.2025
beendet
Weideparasiten bei Ziegen in Österreich: Resistenzmonitoring und Entwicklung nachhaltiger Bekämpfungsstrategien für die Praxis
-
177.811,00
Programm für Forschung und Entwicklung im BML
nein

beteiligte Personen/Organisationen

RolleLfnrName
Auftraggeber1Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (bis 31.03.2025)
Auftraggeber2Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Auftragnehmer1Veterinärmedizinische Universität Wien (VUW)

zugeordnete Wissenschaftszweige

Wissenschaftszweige
Veterinärmedizin

Abstract deutsch

Das Projekt ParaGÖAT hatte zum Ziel, den Stand der Endoparasitenkontrolle und die Resistenzlage von Magen-Darm-Strongyliden gegenüber Entwurmungsmitteln auf österreichischen Ziegenbetrieben zu erfassen sowie praxisorientierte Empfehlungen für eine nachhaltige Kontrolle zu entwickeln und zu verbreiten. Dazu wurden eine Fragebogenstudie unter Tierärzt:innen und Ziegenhalter:innen, eine Prävalenzstudie auf 58 Betrieben sowie Eizahlreduktionstests (EZRT) auf 21 Betrieben österreichweit durchgeführt. Ergänzend wurden Gesundheits- und Leistungsparameter erhoben, um deren Eignung für selektive Behandlungsstrategien zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen, dass strategische, resistenzfördernde Entwurmungen weiterhin verbreitet sind und nachhaltige Kontrollansätze bislang kaum umgesetzt werden. Während Tierärzt:innen und Ziegenhalter:innen in einigen Punkten ähnliche Einschätzungen haben, wenden Betriebe empfohlene Maßnahmen (z. B. selektive Behandlung) teilweise häufiger an, als sie von Tierärzt:innen empfohlen werden. Beide Gruppen zeigen noch Entwicklungspotenzial bei der nachhaltiger Parasitenkontrolle. Magen-Darm-Strongyliden, insbesondere Haemonchus contortus, waren die dominierenden Parasiten. Die mittlere Eiausscheidung war auf vielen Betrieben hoch, was auf starken Infektionsdruck hinweist. Auf allen untersuchten Betrieben wurde eine verminderte Wirksamkeit bzw. Resistenz gegenüber Eprinomectin, dem einzigen in Österreich für Ziegen zugelassenen Entwurmungsmittel, festgestellt; auf einem Betrieb zusätzlich gegen Moxidectin. Dies verdeutlicht eine kritische Resistenzsituation und den Bedarf an Maßnahmen, um die Wirksamkeit der verbleibenden Wirkstoffe zu sichern. Die Befragung ergab, dass Diagnostik und Monitoring wie regelmäßige Kotuntersuchungen bislang selten systematisch erfolgen. Fehlende Strukturen, Zeitaufwand und begrenzte Beratung erschweren die Umsetzung. Auf Basis der Ergebnisse wurden anpassbare Strategien zur selektiven Behandlung entwickelt, die Eizahlbestimmungen und klinische Parameter (z. B. BCS, FAMACHA©) kombinieren. Zudem besteht Forschungsbedarf zur Integration alternativer Ansätze wie Resistenzzucht, biologischer Kontrolle und gezielter Fütterungsstrategien. Das Projekt zeigt den Handlungsbedarf in der österreichischen Ziegenhaltung: Nachhaltige Parasitenkontrolle erfordert regelmäßige Diagnostik, gezielte Behandlungen und strukturierte Wissensvermittlung. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für Schulungs- und Beratungsprogramme an der Vetmeduni.

Abstract englisch

The ParaGÖAT project aimed to assess the current state of endoparasite control and the resistance status of gastrointestinal strongyles to anthelmintic drugs on Austrian goat farms, and to develop and disseminate practical recommendations for sustainable control. To this end, a questionnaire survey among veterinarians and goat farmers, a prevalence study on 58 farms, and fecal egg count reduction tests (FECRT) on 21 farms across Austria were conducted. In addition, health and performance parameters were recorded to evaluate their suitability for targeted selective treatment (TST) strategies. The results show that strategic whole-herd treatments, which promote resistance, are still common, while sustainable control approaches have not yet been widely adopted. Although veterinarians and goat farmers shared similar views in some areas, farmers implemented recommended measures — such as selective treatments — more frequently than veterinarians reported advising them. Both groups show clear potential for further development toward sustainable parasite control. Gastrointestinal strongyles, particularly Haemonchus contortus, were the dominant parasites. Mean egg counts were high on many farms, indicating strong infection pressure. Reduced efficacy or resistance to Eprinomectin — the only anthelmintic licensed for goats in Austria — was detected on all investigated farms; one farm also showed Moxidectin resistance. These findings highlight a critical resistance situation, underlining the need for immediate measures to preserve the remaining effective drug classes. The survey further revealed that diagnostic and monitoring tools, such as regular fecal egg count testing, are rarely applied systematically. Limited infrastructure, time constraints, and insufficient advisory support were identified as major barriers. Based on these findings, adaptable, farm-specific TST strategies were developed combining fecal egg counts with clinical indicators (e.g. BCS, FAMACHA©). Further research is required to integrate alternative approaches such as breeding for resistance, biological control, and targeted nutrition. The project underscores the urgent need for action in Austrian goat farming: sustainable parasite control requires regular diagnostics, targeted treatments, and structured knowledge transfer. The results form the basis for training and advisory programs currently being developed at Vetmeduni Vienna.