Projektdetails

BML101749
09.11.2022
08.10.2026
beendet
Maßnahmen zur Regulierung des Rübenderbrüsslers, Asproparthenis punctiventris, mit Metarhizium brunneum
-
415.722,00
Programm für Forschung und Entwicklung im BML
nein

beteiligte Personen/Organisationen

RolleLfnrName
Auftraggeber1Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (bis 31.03.2025)
Auftraggeber2Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Auftragnehmer1Universität Innsbruck

zugeordnete Wissenschaftszweige

Wissenschaftszweige
Biologie

Abstract deutsch

Ein wirksamer Schutz des Zuckerrübenbestandes gelingt am besten durch einen integrativen Ansatz, der mechanische Barrieren, biologische Verfahren und passende Saatgutwahl verbindet. Einzelmaßnahmen reichen nicht aus. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen, da der Rübenderbrüssler (Asproparthenis punctiventris) massenhaft und oft nur kurzzeitig auftreten kann und Schadprognosen teilweise unsicher sind. Vor dem Anbau der Zuckerrübe ist das Befallsrisiko sorgfältig einzuschätzen. Relevant sind dabei der Rübenderbrüsslerbefall im Vorjahr auf Nachbarflächen, die Lage des Feldes im Vergleich zu früheren Befallsflächen, sowie natürliche Barrieren und potenzielle Futterstellen.  Beim Anlegen des Feldes sind erweiterte Fallrillen mit Pheromonfallen zentral für Abwehr und Monitoring. An den Seiten mit hoher Einwanderungswahrscheinlichkeit werden frühzeitig ausreichend Fallgräben angelegt. In regelmäßigen Abständen platzierte Fallkübel sorgen für gezielten Fang der Käfer. Beginnt die Einwanderung, sind Behandlungen im Bereich der Fallrille mit dafür zugelassenen Mitteln einzuleiten und die gefangenen Käfer regelmäßig zu entfernen. Der Pflege‑ und Kontrollaufwand kann beträchtlich sein, entscheidet aber maßgeblich über den Erhalt des Bestandes. Im Projekt ASPROSOLUTION wurde der Einsatz der Gattung Metarhizium spp. untersucht. Sowohl der Stamm BIPESCO 5 als auch indigene Stämme aus Rübenfeldern können den Rübenderbrüssler infizieren und töten. Eine Akutwirkung ist aufgrund der Wirkungsweise nicht zu erwarten. Mehrfache Spritzapplikationen könnten die Infektionswahrscheinlichkeit erhöhen schrittweise die Populationsdichte senken. Untersuchungen zum Darmmikrobiom zeigen, dass in infizierten Käfern vor allem Metarhizium rückisoliert werden konnte. Eine hohe bakterielle Diversität schützt auch den Rübenderbrüssler vor Pathogenen. Perspektivisch könnte eine gezielte Beeinflussung des Mikrobioms die Wirksamkeit von Metarhizium weiter erhöhen.  Sorgfältige Risikoabschätzung, die richtige Saatgutwahl, fachgerechte Anlage und Betreuung von Fallrillen mit Pheromonfallen, regelmäßiges Entfernen gefangener Käfer sowie — bei entsprechender Zulassung — wiederholte Metarhizium‑Anwendungen ergeben kombiniert einen praxistauglichen, robusten Schutz, der Fraßschäden wirksam begrenzt.

Abstract englisch

An effective protection of sugar beet crop is best achieved through an integrated approach that combines mechanical barriers, biological methods, and appropriate seed selection. Single measures are not sufficient. What matters is a well-coordinated interplay at the right time, because the sugar beet weevil (Asproparthenis punctiventris) often occurs in mass outbreaks but only for a short period, and predictions are uncertain. Before field establishment, the infestation risk must be carefully assessed. Relevant factors include the previous year´s situation on neighboring fields, the location of the field relative to previous cultivation sites, as well as natural barriers and potential feeding sites.  When establishing the field, extended planting furrows with pheromone traps are central to defense and monitoring. On sides with a high probability of immigration, sufficiently dimensioned trenches should be created early. Pitfall buckets placed at regular intervals ensure targeted capture of the beetles. Once immigration begins, treatments should be initiated in the trench area and captured beetles removed regularly. The maintenance and monitoring effort is considerable, but it largely determines crop stand preservation. The ASPROSOLUTION project investigated the use of the genus Metarhizium spp. Both the BIPESCO 5 strain and indigenous strains from beet fields can infect and kill the sugar beet weevil. An immediate acute effect is not to be expected due to the mode of action. Multiple spray applications increase infection probability and gradually reduce population density. Studies on the gut microbiome show that Metarhizium was predominantly re-isolated from infected beetles. High bacterial diversity also protects the sugar beet weevil from pathogens. In the future, targeted manipulation of the microbiome could further increase the efficacy of Metarhizium. Careful risk assessment, consistent seed selection, proper setup and maintenance of pitfall trenches with pheromone traps, regular removal of captured beetles, and – if approved — repeated Metarhizium applications together provide a practical, robust protection that effectively limits feeding damage.