Projektdetails

BML101864
01.12.2022
20.11.2025
beendet
ToBRFV in der österreichischen Tomatenproduktion — Untersuchungen zum Befallsverlauf, Verbreitung und Bekämpfung
-
236.542,00
Programm für Forschung und Entwicklung im BML
nein

beteiligte Personen/Organisationen

RolleLfnrName
Auftraggeber1Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (bis 31.03.2025)
Auftraggeber2Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Auftragnehmer1Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

zugeordnete Wissenschaftszweige

Wissenschaftszweige
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

Abstract deutsch

Drei österreichische Tomatenproduktionsbetriebe, die 2022 als ToBRFV Befallsbetriebe galten, wurden über zwei Vegetationsperioden (2023 und 2024) analytisch, das ToBRFV betreffend, begleitet. In den Betrieben wurden alte, nicht ToBRFV resistente Tomatensorten produziert, aber auch schon neue Sorten, die als resistent gegen ToBRFV beschrieben waren. Die Projektergebnisse zeigen, viele der neuen Tomatensorten sind nicht resistent gegen das ToBRFV, sondern tolerant. Es hat sich gezeigt, dass die Produktion von toleranten Sorten ausreichend ist, um in einer ToBRFV kontaminierten Umgebung die Virenlast während einer Produktionsperiode deutlich zu verringern, wenn keine hoch infizierten nicht resistenten Pflanzen in unmittelbarer Umgebung vorhanden sind, und die Hygienemaßnahmen hoch sind. Die von den Betrieben zur Verfügung gestellten Produktionszahlen und Betriebsdaten zeigen, Produktionsbetrieben entstehen beim Ausbruch eines Virus, nicht nur Ertragsausfälle, sondern auch zahlreiche und hohe Mehrkosten. Die zusätzlichen Kosten betreffen vielfältige Bereiche (Entsorgung infizierter Pflanzen, Reinigung, Hygiene, Personalaufwand, Saatgut/​Jungpflanzen, etc.) und fallen nicht nur im Ausbruchsjahr, sondern auch in den Folgejahren nach dem Ausbruch in namhafter Höhe an. Es wurden Abwasserproben (SARS-CoV‑2 Abwasser Monitoring der TU-Wien), aus österreichischen Kläranlagen, die zwischen Vorarlberg und dem Burgenland verteilt waren, im Zeitraum zwischen April 2020 und Dezember 2024 auf das ToBRFV untersucht. In ausnahmslos allen Proben konnte das ToBRFV eindeutig nachgewiesen werden. Das ToBRFV wurde somit bereits in Abwasserproben, die noch vor dem ersten offiziell bestätigten Ausbruch in Österreich gezogen worden waren, nachgewiesen. In Kompost aus einer Heißrotte-Miete, bestückt ausschließlich mit Pflanzenabfällen aus einem ToBRFV Befallsbetrieb, konnte mittels realtime RT-PCR das ToBRFV eindeutig nachgewiesen werden. Es wurden Versuche mit dem Kompost, in Mischung mit Substraterde durchgeführt. Eine Übertragung des Virus vom Kompost auf Tomatenpflanzen konnte nicht bestätigt werden, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Abstract englisch

Three Austrian tomato production sites, which were considered ToBRFV-infected in 2022, were monitored analytically for ToBRFV over two growing seasons (2023 and 2024). The production sites produced both old, non-ToBRFV-resistant tomato varieties and new varieties that had been described as resistant to ToBRFV. The project results show that many of the new tomato varieties are not resistant to ToBRFV, but rather tolerant. It has also been shown that tolerant varieties are sufficient to significantly reduce the viral load during a production season in a ToBRFV-contaminated environment if there are no highly infected, non-resistant plants in the immediate vicinity and if hygiene measures are stringent. Production data from tomato growers indicate that a virus outbreak leads not only to yield reductions but also to substantial additional expenses. These costs span multiple areas — including disposal of infected plants, cleaning, hygiene measures, personnel costs, and procurement of seeds or young plants — and are incurred not only during the outbreak year but also in subsequent years. Wastewater samples (SARS-CoV‑2 wastewater monitoring at TU Wien) from Austrian wastewater treatment plants located between Vorarlberg and Burgenland were tested for ToBRFV between April 2020 and December 2024. ToBRFV was clearly detected in all samples. Thus, ToBRFV was already detected in wastewater samples taken before the first officially confirmed outbreak in Austria. ToBRFV was detected using real-time RT-PCR in compost derived from a hot-rot windrow composed solely of plant waste from a farm infected with ToBRFV. Trials were conducted using the compost mixed with substrate soil. Although the transmission of the virus from the compost to tomato plants could not be verified, it also cannot be definitively excluded.