Projektdetails

BML101722
20.07.2022
31.12.2025
beendet
Risikoanalyse und Prävention hochansteckender Mastitiserreger in der Almwirtschaft am Beispiel boviner Staphylokokkus aureus
-
218.784,00
Programm für Forschung und Entwicklung im BML
nein

beteiligte Personen/Organisationen

RolleLfnrName
Auftraggeber1Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (bis 31.03.2025)
Auftraggeber2Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Auftragnehmer1Veterinärmedizinische Universität Wien (VUW)

zugeordnete Wissenschaftszweige

Wissenschaftszweige
Veterinärmedizin

Abstract deutsch

Euterentzündungen (Mastitiden) verursacht durch Staphylokokkus aureus (S. aureus) sind eine der häufigsten Krankheitsursachen beim Milchrind. Der sehr oft chronisch-persistierende Krankheitsverlauf verursacht hohe Kosten durch Minderung von Milchertrag und –qualität, sowie notwendige Antibiotikabehandlungen. Aufgrund der Produktion von Toxinen stellt S. aureus zudem eine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit dar. Eigene Voruntersuchungen weisen darauf hin, dass sich vor allem bei Rindern im alpinen West-Österreich eine hochansteckende Variante von S. aureus (ST8) ausgebreitet hat. Dies ist insbesondere bei der gemeinsamen Alpung, wie im Tiroler Bergland, ein mögliches Problem. Durch die gemeinsame Nutzung der Flächen von Milchkühen aus verschiedenen Betrieben besteht eine erhöhte Gefahr der gegenseitigen Übertragung von Krankheitserregern. Die Erhebung von Daten zur Verbreitung von S. aureus und der hochansteckenden Variante und deren Eindämmung ist sowohl aus Sicht des Tierwohls als auch im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes dringend geboten. Das vorliegende Projekt der interdisziplinären Forschungsgruppe der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Unternehmenspartner Berglandmilch eGen Tirolmilch, umfasst folgende Ziele: 1. Erfassung der Prävalenz von S. aureus, insbesondere der hochansteckenden Variante in Tiroler Milchviehalmen und ‑betrieben; 2. Aufklärung der Transmissionsrouten und Infektionsdynamik auf Herdenebene durch den Almauf- und-abtrieb im Jahresverlauf; 3. Ermittlung des Effekts von daraufhin vorgenommenen Untersuchungs‑, Behandlungs- und Prophylaxemaßnahmen; und 4. Vorarbeiten zur Entwicklung einer günstigen, routinetauglichen Methode zum Nachweis der hochansteckenden Variante.  Eine Reduktion bzw. bestenfalls gänzliche Eradikation von S. aureus in den Milchviehherden würde zu einer Steigerung des Tierwohls und zu einer massiven Kostenreduktion beitragen. Der Verbrauch an Antibiotika und die Menge an Sperrmilch könnte längerfristig gesenkt, und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit von Milchprodukten verbessert werden. Dies wäre ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung und einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion im Sinne des One-Health-Konzeptes. Des Weiteren wird mit diesem Projekt die Grundlage für eine differentielle Mastitisdiagnostik gelegt, die im Folgenden auf andere Keime ausgeweitet bzw. auf andere Regionen Österreichs übertragen werden kann.

Abstract englisch

Staphylococcus aureus (S. aureus) is one of the most common causative agents of bovine mastitis, which is a severe problem for the dairy industry. Most cases are chronic-persistent infections, resulting in decreased milk yield and quality, and reduced animal welfare. Mastitis infections are difficult to eradicate with antibiotics and are often accompanied by premature culling. Due to the potential induction of foodborne intoxications in humans, S. aureus also constitutes a significant public health risk. Our preliminary work indicates that a highly contagious variant of S. aureus (ST8) has spread, especially among cattle in alpine western Austria. This is of potential concern, especially on pasture-based communal dairy operations, such as in the Tyrolean Mountains, since the risk of contagious pathogens being transmitted from cow-to-cow increases when animals from different farms are pastured together. Data on the spread of S. aureus and the highly contagious variant and its eradication are urgently needed to improve animal health and food safety.  The presented interdisciplinary project of the University of Veterinary Medicine Vienna, in cooperation with the Austrian corporate partner Berglandmilch eGen Tirolmilch, include the following aims: 1. Assessment of the prevalence of S. aureus, particularly the highly contagious variant, in Tyrolean dairy herds and farms; 2. Determination of the transmission routes and infection dynamics at herd level due to Alpine farming during the year; 3. Identifying the effects of follow-up, treatment and prophylactic measures in S. aureus-positive herds; and 4. Preliminary work on developing a cost-effective, routine diagnostic tool for the detection of the highly contagious variant. Reducing or, preferably, completely eradicating S. aureus in dairy herds would substantially improve dairy cows welfare and productivity of the dairy industry. Antibiotic usage and waste milk containing antimicrobial residues could be reduced, making dairy products safer. Consequently, a positive impact on regional value creation and sustainable food production could be achieved within the framework of the One Health concept. Furthermore, this project provides the basis for a more differential diagnostics of bovine mastitis, which could subsequently be applied to other mastitis pathogens or rolled out to other regions in Austria.