Projektdetails

BMLRT101711
18.03.2022
03.09.2025
beendet
Optimierungsstrategien zur Fungizidreduktion bei der Bekämpfung des Echten Rebenmehltaus auf Basis der Epidemiologie des Erregers
-
294.316,00
Programm für Forschung und Entwicklung im BML
nein

beteiligte Personen/Organisationen

RolleLfnrName
Auftraggeber1Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (bis 17.07.2022)
Auftraggeber2Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (bis 31.03.2025)
Auftraggeber3Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
Auftragnehmer1Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)

zugeordnete Wissenschaftszweige

Wissenschaftszweige
LAND- U. FORSTWIRTSCHAFT, VETERINÄRMEDIZ

Abstract deutsch

Der Echte Mehltau der Rebe, verursacht durch Erysiphe necator Schwein., ist eine der bedeutendsten Krankheiten im Weinbau. Mathematische Modelle können einen wichtigen Beitrag leisten, um die Anzahl an Applikationen zu reduzieren. Jedoch müssen noch zahlreiche Wissenslücken über die Epidemiologie des Erregers geschlossen werden. Ziel des Projekts war es, Optimierungsstrategien für die Praxis zu entwickeln. Es wurde der Zeitpunkt der Primärinfektionen und der Einfluss von Witterungsfaktoren auf die Ausschleuderung von Ascosporen aus Fruchtkörpern untersucht. Die Witterungsparameter während der Regenphasen waren von geringer Bedeutung, verglichen mit der potenziellen Ascosporenausschleuderung. Die indirekten Regenspritzer zeigten keinen Zusammenhang mit den gefangenen Ascosporen. Bei inokulierten Blättern nahm die Anfälligkeit in Richtung Triebspitze zu. Eine Behandlung ausschließlich der Blätter war ausreichend um auch die Trauben zu schützen. Blätter wurden mit Konidien an 3 Terminen in der Vorblütephase inokuliert und es wurde mit den Applikationen von Schwefel gegen den Echten Mehltau zu 3 Terminen zwischen 5‑Blatt-Stadium und Fruchtansatz begonnen. Früh inokulierte Rebstöcke hatten eine höhere Befallsrate der Trauben. Laborversuche zur Wirkung von Multi-Site Fungiziden bei verschiedenen Temperaturen und in unterschiedlichen biologischen Entwicklungsstadien des Pathogens deuten darauf hin, dass Kupfer ein hohes Potenzial als Fungizid gegen den Echten Mehltau besitzt. Kaliumhydrogencarbonat zeigte bei einer Applikation vor der Inokulation keine Wirkung, besaß aber die höchste eradikative Wirkung. In zwei Feldversuchen starteten die Applikationen an 3 Terminen zwischen 5‑Blatt-Stadium und Fruchtansatz oder die Fungizide wurden phänologiebasiert zwischen Vorblüte und Schrotkorngröße appliziert. Die Ergebnisse zeigten, dass die Applikation zu Fruchtansatz am bedeutendsten ist und Applikationen während der Vorblütephase reduziert werden können. Es wurde ein Oidium-Modell entwickelt, das sich aus mehreren Teilmodellen zusammensetzt. Es bildet das Oidiumbefallsrisiko ab und auf Basis des Risikos können verschiedene Handlungsstrategien gewählt werden. Diese Optimierungsstrategien wurden auf Basis der Projektergebnisse erarbeitet und ebenso wie das Oidium-Modell auf der Webseite reb​schutz​.boku​.ac​.at dargestellt. Die Ergebnisse dieses Projekts können der Praxis Informationen für eine nachhaltige Bekämpfung vom Echten Rebenmehltau liefern.

Abstract englisch

Powdery mildew of grapevine, caused by Erysiphe necator Schwein., is one of the major diseases in viticulture. Mathematical modelling can make an important contribution to reducing the number of fungicide applications. However, numerous gaps in knowledge about the epidemiology of the pathogen still need to be closed. The aim of the project was to develop optimization strategies for practical use. The timing of primary infections and the influence of weather factors on the release of ascospores from fruiting bodies were investigated. Weather parameters during the rain phases were of minor importance compared to the potential ascospores release (under optimal conditions). Indirect rain splashes did not correlate captured ascospores. Inoculated leaves of a shoot showed an increase in susceptibility towards the shoot tip. Ffungicide applications of the leaves alone successfully controlled the disease on grape clusters. In another trial, leaves were inoculated with conidia on 3 dates in the preflowering phase and applications of sulphur against powdery mildew were started on 3 dates between the 5‑leaf stage and fruit set. The results show that early inoculated vines had a higher rate of grape infestation. Lab experiments on the effect of multi-site fungicides at different temperatures and biological development stages of the pathogen indicate that copper has a high potential as fungicide against powdery mildew. Potassium bicarbonate showed no effect when applied before inoculation, but had the highest eradicative effect. In two field trials applications started on 3 dates between the 5‑leaf stage and fruit set or fungicides were sprayed phenological-based between preflowering and berries groat-sized. The present results showed that the application at fruit set is most important and applications during the preflowering period can be reduced depending on the disease pressure. An Oidium model was developed. The model is made up of several submodels. It represents the risk of Oidium infestation and various action strategies can be selected based on that. These optimization strategies were developed on the basis of the project results. The strategies and the Oidium model are presented on the website reb​schutz​.boku​.ac​.at. The results of this project can provide information for s a sustainable control of powdery mildew.